Heimkehr auf die Alp 4 (RMC-140)
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Das habe ich mit dem Objekt vor
Ich bin RMC-033, so nennen sie mich. Nicht gerade schön, dabei bin ich der Anke-Hausi. Im Chüechlihus sagen sie, meine Geschichte sei nicht dokumentiert. Stimmt auch, schriftlich ist wirklich nichts vorhanden. Ich habe aber sehr wohl eine Geschichte, nur hat mich eben noch niemand danach gefragt. Also, so war es: Herstellen liess mich Samuel Röthlisberger von der Rafrütialp in Langnau, im Jahr 1865. Röthlisbergers haben nämlich damals die Milch von ihren Kühen selber verarbeitet und das ging so: Im Stall beim Melken kam das Fusterli (RMC 091) und das Milchmelchterli (RMC-095) zum Einsatz. Mit der Brente (RMC-079) trugen sie die Milch in die Küche hinauf, stellten sie in den Gebsen auf (RMC-086), damit die Milch aufatmen konnte. Beim Abnehmen der Nidle brauchten sie das Rahmkübeli (RMC-058). Im Frühsommer gab es jeweils viel Rahm, so kam ich (Butterfass) zum Einsatz. Später, wenn weniger Rahm anfiel, kam nur noch das Stossbutterfass (RMC-080) zum Einsatz. Bei der Butter- und Zigerherstellung kam das Butterfass und der Zigersammler RMC-035 zum Einsatz. Auf dem Eisenherd kam das Bretzeleisen (RMC-140) zum Einsatz und es wurden feine Bretzeli hergestellt, die dann in den Korb (RMC-109) gelegt wurden. Den Korb mit den Bretzeli banden sie mit dem Ziger und der Butter auf das Räf (RMC-112). Die köstlichen Waren trugen Röthlisbergers hauptsächlich nach Langnau, Sumiswald oder auch nach Burgdorf. Wenn es Schnee hatte, benutzten sie auch den Schlitten, dem aber die Holme fehlen (RMC-135). Die Konkurrenz der neugebauten Talkäsereien war aber riesig und so war Röthlisbergers Milchverarbeitung je länger je mehr unrentabler. Aus diesem Grund und auch wegen der Realerbteilung innerhalb der grossen Familie, sahen sich Röthlisbergers veranlasst, die Rafrütialp zu verkaufen. Die neuen Besitzer liessen die Milchproduktion fallen und richteten die Alp zur Sömmerung ihres Jungviehs ein. Natürlich konnten mehr Jungtiere gehalten werden als Kühe und so musste der Stall vergrössert werden. Um an Bauholz zu gelangen wurde der nun nicht mehr gebrauchte Käsespeicher abgebrochen. Die ganze Gerätschaft (die vorher aufgeführten Milchgeschirre) wurden verkauft. Diese kamen so zu einem Sammler und später in das Chüechlihus.
Wir (die Gerätschaften) könnten uns nichts Schöneres vorstellen, als auf die Untere Rafrütialp zurückzukehren. Unser zukünftiger neuer Besitzer hätte ab und zu im Sinn, einer Gruppe interessierter Leute, die Geschichte des Küherwesens und der Emmentaler Alpen zu erzählen. So wäre es natürlich sehr schön, ihnen bei diesem Anlass diese uralten Gerätschaften zu zeigen.
Diese Bewerbung stammt aus Langnau.
